Johanna Amlacher
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Über Motivation, was uns bewegt und warum weniger Demotivieren mehr bringt

Was passiert, wenn dich jemand an etwas erinnert, das du vor längerer Zeit gesagt hast?

Zum Nachhören: No Bullshit Agile · Folge 43 · Im Gespräch mit Johanna über Motivation (2024)

Mir ist das vor Kurzem passiert. Jemand hat mich auf ein Podcast-Interview bei No Bullshit Agile angesprochen, das ich 2024 gegeben habe. Damals habe ich mich sehr viel mit Motivation beschäftigt. Es lädt ein, nochmal hinzuschauen: Was davon trägt noch, und was ist daraus geworden?

Was bewegt dich selbst?

Wer sich mit Motivation beschäftigt, landet früher oder später bei der Frage: Was bewegt mich selbst? Das Wort kommt ja vom lateinischen movere, bewegen.

Eine Sache, die ich dafür immer noch sehr veranschaulichend finde, sind die Moving Motivators aus Management 3.0. Mit ihnen kannst du relativ einfach für dich bestimmen, welche Faktoren dich gerade antreiben: Neugier, Meisterschaft, Freiheit, Zugehörigkeit, Sinn und einige mehr. Und du kannst schauen, wie sich diese Reihenfolge verändert, je nachdem, in welcher Lebensphase oder in welchem Kontext du gerade bist.

Motivation ist ein Thema, bei dem du gut selbst Dinge für dich ausprobieren und testen kannst, bevor du mit anderen Menschen darüber sprichst. Natürlich ist es nicht für alle gleich. Gleichzeitig lernt man beim Selbstanwenden sehr viel.

Autonomie, Verbundenheit und Kompetenz

Bei Motivation landet man auch schnell bei der Selbstbestimmungstheorie von Richard Ryan und Edward Deci. Sie beschreiben drei psychologische Grundbedürfnisse: Autonomie, Verbundenheit und Kompetenz. Sind sie erfüllt, wächst die Motivation aus sich heraus, werden sie untergraben, sinkt sie (Ryan & Deci 2000, American Psychologist; Überblick auf Wikipedia). Vor allem Autonomie und Verbundenheit sind für mich große Motivationsfaktoren: selbst mitentscheiden zu können und mit anderen gemeinsam an etwas zu arbeiten.

Drei Ebenen von Motivation

Hilfreich finde ich auch den Blick von Antoinette Weibel (LinkedIn, ResearchGate), die an der Universität St. Gallen zu Vertrauen und Motivation in Organisationen forscht. Motivation lässt sich auf drei Ebenen betrachten:

  • individuell: das, was eine Person von sich aus antreibt
  • interaktionell: das, was zwischen Menschen entsteht, etwa wenn die Begeisterung einer Person andere ansteckt
  • situativ: das, was der Kontext erzeugt, zum Beispiel ein gemeinsames Ziel oder das Gefühl, als Team etwas schaffen zu wollen

Gerade die beiden letzten Ebenen sind spannend, weil wir dort etwas gestalten können, egal ob als Führungskraft, als Coach oder als Teammitglied. Motivation ist damit weniger eine Eigenschaft einzelner Menschen als etwas, das aus vielen Aspekten gemeinsam entsteht.

Weniger demotivieren statt mehr motivieren

Und dann lande ich bei Motivation fast automatisch bei einem anderen Gedanken: Menschen sind sehr kompetente Wesen. Vielleicht geht es also gar nicht darum, sie zu motivieren. Vielleicht reicht es, die Faktoren zu vermindern, die sie demotivieren.

Das klingt unspektakulär, kann aber oft viel mehr bewirken als jede Motivationsmaßnahme. Die Menschen sind ja schon da, mit ihrer Neugier, ihrem Können und ihrem Wunsch, etwas beizutragen. Die Frage ist eher, was ihnen dabei im Weg steht.

Was mich bewegt

Mich motiviert auf jeden Fall, zu sehen, was andere Menschen aus den Dingen machen, die ich ihnen zeige. Ein Arbeitskollege meint, Enablement (e)skaliert immer. Daran glaube ich auch: Was wir weitergeben, verbreitet sich, oft weiter, als wir es mitbekommen.

Gleichzeitig ist es schön, wenn man sieht, wo die Gedanken landen und was daraus bei anderen entsteht. So wie bei der Erinnerung an das Interview von 2024.

Fragen, die ich mir selbst und anderen in diesem Zusammenhang stelle

  • Was motiviert dich gerade?
  • Was willst du gerade wirklich?
  • Wie gehst du persönlich mit Demotivation um?

Was denkst du dazu? Schreib mir, lass uns gemeinsam weiterdenken.

johanna@amlacher.at